Inkasso in Polen – so setzen deutsche Unternehmen ihre Forderungen durch
Polen ist einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands. Umso ärgerlicher ist es, wenn eine Rechnung an einen polnischen Kunden offen bleibt. Inkasso in Polen folgt eigenen Regeln: andere Fristen, ein anderes Gerichtsverfahren, private Gerichtsvollzieher und ein Insolvenzrecht, das stark auf Restrukturierung setzt. Wer diese Unterschiede kennt, kommt schneller und günstiger an sein Geld.
Stand: September 2026 · Kamil Janko, adwokat
Die vier Stufen der Forderungsdurchsetzung in Polen
1. Außergerichtliches Inkasso
Eine anwaltliche Zahlungsaufforderung in polnischer Sprache (wezwanie do zapłaty) mit klarer Frist wirkt oft mehr als die dritte Mahnung auf Deutsch. In dieser Phase lassen sich auch Ratenzahlungen, Schuldanerkenntnisse oder zusätzliche Sicherheiten (z. B. ein Wechsel oder eine notarielle Vollstreckungsunterwerfung) vereinbaren. Ein schriftliches Schuldanerkenntnis unterbricht zudem die Verjährung.
2. Gerichtliches Verfahren
Bleibt die Zahlung aus, führt der schnellste Weg meist über einen Zahlungsbefehl (nakaz zapłaty): im polnischen Mahn- oder Urkundenverfahren oder als Europäischer Zahlungsbefehl. Bestreitet der Schuldner die Forderung, folgt ein streitiges Verfahren vor dem polnischen Wirtschaftsgericht. → siehe Mahnverfahren in Polen
3. Zwangsvollstreckung
Mit einem Vollstreckungstitel beauftragt der Gläubiger einen Gerichtsvollzieher (komornik). In Polen ist das ein selbstständiger Amtsträger, der Konten, Forderungen und Vermögen des Schuldners pfänden kann. Deutsche Urteile sind in Polen grundsätzlich ohne gesondertes Anerkennungsverfahren vollstreckbar. → siehe Zwangsvollstreckung in Polen
4. Insolvenz und Restrukturierung
Ist der Schuldner zahlungsunfähig, verlagert sich alles in das Insolvenz- oder Restrukturierungsverfahren. Hier zählen kurze Fristen, vor allem die 30-Tage-Frist zur Forderungsanmeldung, und die aktive Teilnahme an Abstimmungen über einen Vergleich. → siehe Forderungsanmeldung und Restrukturierungsverfahren
Was ist in Polen anders als in Deutschland?
- Sprache: Schriftsätze, Anlagen und Anmeldungen müssen grundsätzlich auf Polnisch eingereicht werden. Deutsche Dokumente brauchen in vielen Fällen eine beeidigte Übersetzung.
- Verzugszinsen im B2B-Verkehr: Referenzzinssatz der Polnischen Nationalbank (NBP) plus 10 Prozentpunkte. Hinzu kommt eine Pauschale von 40, 70 oder 100 EUR je Handelsgeschäft (in der Praxis meist je Rechnung, abhängig von der Forderungshöhe).
- Kosten: Vorgerichtliche Anwaltskosten sind in Polen nur eingeschränkt vom Schuldner ersetzbar. Die gerichtlichen Kosten trägt dagegen im Regelfall die unterliegende Partei.
- Strenge Präklusion im Wirtschaftsprozess: Beweise müssen früh und vollständig vorgelegt werden. Nachschieben ist nur eingeschränkt möglich.
- Viele Restrukturierungen: Ein erheblicher Teil der Unternehmensinsolvenzen in Polen läuft über Restrukturierungsverfahren, in denen Gläubiger über Teilerlass und Ratenzahlung abstimmen.
Warum eine Kanzlei mit Schwerpunkt Restrukturierung und Insolvenz?
Viele Inkassofälle kippen irgendwann in die Insolvenz des Schuldners. Dann entscheidet sich in wenigen Wochen, ob und wie viel der Gläubiger zurückerhält. In Insolvenzsachen arbeiten wir im Team aus Rechtsanwalt (adwokat) Kamil Janko und einem lizenzierten Restrukturierungsberater. So betreuen wir einen Fall vom ersten Mahnschreiben bis zur Abstimmung im Vergleichsverfahren aus einer Hand. Die Beratung erfolgt auf Deutsch.
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Rechtsanwalt (adwokat) Kamil Janko und Team – Forderungen, Insolvenz und Restrukturierung in Polen.
Beratung anfragen +48 32 307 45 52Inkasso in Polen – Häufige Fragen
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Wie schnell muss ich handeln?
Allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung im Einzelfall. Stand: September 2026. Wir garantieren kein bestimmtes Ergebnis – die Erfolgsaussichten beurteilt ein Anwalt nach Prüfung der Unterlagen.
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